Ursprünglich war Madlib’s Medicine Show als monatlich erscheinender Instrumental-Release geplant. Der neunte Teil der Serie tanzt da ein wenig aus der Reihe. Zum einen, weil Teil 8 (der sich dem Jazz widmete) und Teil 10 (widmete sich der Disco-Ära) bereits erschienen sind. Vor allem aber wird das Album als einziger Teil der Serie vollständig berappt werden. Dafür zuständig zeigt sich der Detroiter Rapper Frank Nitt. Ein Rap-Album im ursprünglichen Stile wird Madlib Medicine Show #9: Channel 85 presents Nittyville sein: Ein Produzent und ein Producer, ein Album voll mit »stunts, blunts and hip-hop«. Channel 85 ist dabei der fiktive Fernsehrkanal auf dem die Serie Nittyville ausgetragen wird. Ein Konzeptalbum also, dass wie ein Reality-Musical aufgebaut sein soll.
Die neuen Shirts aus dem Hause Stones Throw kommen mit dem Design von Madlib’s Medicine Show #11, entworfen von dem Designer Gustavo Eandi. Auf dem Print verlieren sich abstrakte Objekte in Rauchschwaden, chemischen Dämpfen oder in den wabernden Formen eines LSD Trips – wobei wir die genaue Interpretation dem Träger überlassen wollen. Genauso die Wahl der Farbe: schwarz und rot stehen zur Auswahl. Wobei das rote Shirt denjenigen ans Herz gelegt sei, die vermeiden wollen, dass sich der Gesprächspartner im Design des T-Shirts verliert und sich nicht so recht auf die Konversation konzentrieren mag. Das Rot sagt: »Stop, lass die Hypnose nicht zu, wir bleiben heute ganz im Hier und Jetzt.« Das schwarze Shirt hingegen will Träger und Betrachter nicht erziehen, sondern zum Abdriften einladen. Wir sagen »Nein« zu allem Bösen, und »Ja« zu leicht halluzinogenen Madlib-Shirts.
Hit or miss, truth or dare, hot or not. Neue Tracks von Madvillain, James Pants, J.Rocc, MED, Dâm-Funk, Steve Arrington sowie Neulinge (im Labelroster) wie Jonti Dan aka Danimals, The Stepkids, Vex Ruffin, Myron & E und Bryant K Steward. So klingt Stones Throw anno 2011.
Tracklist nach dem Sprung.
Geht Madlib die Kohle aus? Diesen Eindruck könnte man zumindest gewinnen, wenn man den komplett ausformulierten Titel der Ende Januar erscheinenden elften Episode der "Medicine Show" betrachtet. Alles halb so wild, der Gute hatte nur mal Lust, zurück zu den Anfängen zu gehen und ohne großen Aufwand Musik zu produzieren, die einen Low Budget-Charme mit den HiFi-Ansprüchen des dritten Jahrtausends verbindet. Und irgendwie sorgt Madlib's "Medicine Show Volume 11" auch für einen fließenden Übergang von den ersten Teilen zur Nummer 12, 13, 14 usw. Einzig eine Frage bleibt unbeantwortet: Wo bleibt eigentlich die mysteriöse Nummer Neun der Madlib Invazion?
Als Teaser für das Anfang 2011 erscheinende neue Album MED's (voraussichtich Februar) präsentiert der symapthische Oxnarder just sein neues Mixtape. Quality Material, so scheint es auf den ersten Blick, auch der Blick auf die Tracklist (nach dem Sprung) verspricht Einiges!
Im Moment geht alles mal wieder ganz schnell beim umtriebigen Madlib, eigentlich vergehen kaum vier Wochen, ohne dass der Vorzeige-Producer von Stones Throw mit etwas Spektakulärem um die Ecke kommt. Aktuell im Mittelpunkt des Interesses ist die Nummer Sieben der MadlibMedicine Show mit dem Titel "High Jazz", wofür er sein Alter Ego Yesterdays New Quintet ins Studio bemüht hat. Dieses Werk ist als Tribut an das große Stanton Davis’s Ghetto Mysticism Fusion-Album von 1976 zu verstehen und ein weiterer Beleg dafür, dass Madlib mit grenzenlosem Talent gesegnet ist. Und wer sich für die limitierte Deluxe Version der Vinylpressung entscheidet, erhält weitere 30 Minuten unverfälschte Madlib-Madness, die weder auf der CD noch in einer anderen Form erhältlich sein wird. Das Artwork fürs Cover wurde von Jeff Jank entworfen und per Hand von Hit-Run aufs Sleeve gebannt. Verfügbar ab Ende der Woche, also ran an die Pre-Orders!
(Guilty Simpson & Madlib – Coroner's Music) Ich habe es lange versucht, aber es will nicht klappen. OJ Simpson und ich haben nicht so richtig Bock aufeinander. Dabei hätte bei Madlib x Guilty eigentlich nichts daneben gehen können - außer man hat überhaupt kein wirkliches Album fertig, verwerkstückelt sämtliche gemeinsamen Songansätze mit der gleichen Anzahl an berühmten Beatskizzen und kaschiert das Ganze arroganterweise unter Madlib's genialischem Arbeitsethos. Coroner's Music war trotzdem übersuper, gerade weil hier aufgezeigt wurde, wie wenig der perfekte Guilty Song eigentlich braucht. Death to the fake is the only way to live. Meine Meinung. Buy
(M.I.A – Tell Me Why) Dave Chappelle und Ricky Gervais wissen bescheid. Wer zweimal über alle Maßen erfolgreich war, sollte überhaupt kein drittes Mal an den Start gehen, außer man hat etwas radikal Neues zu erzählen. Und im Gegensatz zu den meisten Kritiken, die man bisher zu Mathangis neuestem Streich lesen konnte, bekomme ich langsam das Gefühl, dass dieses Album absolut notwendig ist. Bestes Beispiel für einen möglichen Übergang in neue, selbsterdachte Sparten, ist "Tell Me Why" - Ein stoisch vor sich hin stampfendes Brett, irgendwie zu langsam, irgendwie zu viele Loops übereinander, irgendwie nicht mehr aus dem Kopf zu kriegen. Ansonsten halt ich es da mit Kollege Aigner, die Platte braucht noch was. Buy
(Best Coast – When I'm With You) Grenzwertig, den hier reinzupacken, geisterte er doch schon 09 durchs Netz. Wurde meines Wissens nach aber erst dieses Jahr wirklich veröffentlicht, mit richtigem Video und drum und dran. Ein zutiefst meschuggener Song, der wie die Breeders anfängt und aufhört wie die Beach, äh, Girls. "When I'm with you, i have fun" & "I hate sleeping alone"... erstaunlich worauf man als Musikfan so reinfällt.
(Rusko feat. Amber Coffman – Hold On) Ab einem bestimmten Missverhältnis von Blut zu Alkohol, bin ich bestimmt gewillt, dieses Stück zu verteidigen. Vorher lasse ich erst gar keine Diskussion zu. Die wunderbare Amber von den Dirty Projectors (die zugegebenermaßen auch die Nina Sky-Schwestern sein könnte...) klaut für den einzig wahren Großraumdissen-dubstepper die Gesangslinie von Rod Stewarts "Young Turks". Wer nicht glaubt, dass sowas geschieht, vergleicht den Titeltrack der neuen Roots LP mit Paul Youngs 80's Schmonz "Come back and stay for good". Buy
(The Roots – How I got Over) Erm, jaaa... 80's Schmonz-Melodie habe ich schon erwähnt? Black Thoughts reibeisiger Sing-A-Long und das ultralässige Gerüst sind der schieren Begeisterung ebenso zuträglich. Genau da bitte weitermachen und es wird auch weiterhin keinen Grund geben, sich die nächste Roots-Platte nicht zu holen. Buy
(Flying Lotus feat. Thom Yorke - ... and the world laughs with you) Kollege Paul, der in dieser Rubrik den furiosen kick-start hingelegt hat, hat sich hierzu viel besser geäußert, als ich es könnte: Thom Yorke scheint einen Manager zu haben, der sich tagelang durch Blogs wühlt und den Front-Radiohead mit den lässigsten Künstler zusammenbringt. Der Mann macht gute Arbeit. Also, der Manager... Flylo, Thom Yorke und Paul ja sowieso. Buy
(The National – Terrible Love) Langsam dämmert mir, dass ich hier fast ausnahmslos Vorab-Singles verbrate... Man möge es weniger als zielloses Blog-Browsing meinerseits, denn als Geschmackssicherheit seitens der Verantwortlichen auslegen, bitte. Für The National gilt exakt das Gleiche, wie für Gaslight Anthem – Von der Angst vor der Killersirierung wirklich guter Bands, lass es ich mir die pure Freude nicht vergrätzen. Wird die Party halt mit ein paar hässlichen Fakern und Spiegelredakteuren mehr gefeiert. Buy
(Gil Scott Heron – Me and The devil) Wie viele innere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn Gil Scott Heron sein überschlagendes "Early this morning" hervorpresst, will ich gar nicht wissen. "Me and the devil" ist seine Postkarte von den Grenzgebieten des Wahnsinns, die er in 61 Jahren tragischerweise immer wieder zu Gesicht bekam. Man kann Richard Russel nicht genug dafür danken, dass er sich der Sache angenommen. Urban decay klang lange nicht mehr so beängstigend gut. Buy
(The Gaslight Anthem – Orphans) Wieso sollte man das denn gut finden? Nostalgie-Patchwork aus Cadillacs, Full-Sleeve Tattos, E-Street- & Tom Petty-Referenzen und allem was man sonst noch unter Americaness nachschlagen kann... Kann mir den Hype mal bitte wer erklären? - Ja, können wir, haben wir aber keine Lust zu. Halt deine Fresse und mach die Musik wieder laut. Buy
Das halbe Jahr ist um, Zeit also für eine Bestandsaufnahme. Was waren unsere Favorites, was hat überzeugt und was ist hängengeblieben? In den nächsten Tagen stellen euch die HHV.DE-Autoren/Blogger hier ihre bisherigen persönlichen Top Ten des Jahres vor. Wir erklären, erzählen oder lassen einfach mal den Track/Song für sich stehen. Paul macht den Anfang. Spontan aufgelistet, ohne Gewähr auf Vollständigkeit.
Anfangen möchte ich mit einem (kleinen) Bekenntnis zu Danilo Plessow, der ja bekanntlich auch hinter Motor City Drum Ensemble steckt. Seitdem er in den vergangenen Monaten diese gottverdammten Rhodes weglässt, wissen mich seine Tracks auch endlich zu überzeugen. Wenn er dann auch noch so analog-'oldschoolig' und in DJ-Sneak-Manier um ein kurzes Vocal-Sample herumjackt wie auf seinem Alias Jayson Brothers und dem verzückenden "The Game", verzeihe ich ihm später vielleicht doch noch die für mich unsägliche Raw Cuts-Serie. Buy
Nicht Omar-S, Moodymann, Theo Parrish, Andrès oder Kyle Hall. Zwar lieferte jeder der (vor-) genannten Protagonisten in diesem Jahr mindestens einen überragenden Beitrag ab, meine zwölf Punkte nach Detroit gehen trotzdem an Marcellus Pittman, der auf seiner Maxi "Erase The Pain" süffisant zwischen den Stilen wechselt und dem klaustrobphobischen Maschinenfunk "Sync" einen frechen R&B-Edit entegegensetzt. (Illa 5 Ela) Buy
Auf das Phänomen Drake habe ich bislang überhaupt keine Rücksicht genommen, bis mich die Kollegen von Weknowrap auf folgenden Freestyle aufmerksam gemacht haben, der mich gänzlich überzeugt hat. Kurz und schmerzlos: Irgendwie macht Drake heute die Musik, von der Kanye West nichts mehr wissen will. Nicht immer gut, aber immer ehrlich, jenseits von den üblichen Plattitüden, sowie amtlich produziert. Wer hält dagegen? Give it 2 Me! Buy
Wer derart gekonnt ein Boys-II-Men-Sample aus seinem Kontext destilliert und in einem typisch-englischen Stil-Hybrid in epische Sphären hievt, der hat den letz- und diesjährigen Hype um seine Person vollkommen verdient. Joy Orbison's EP "The Shrew Would Have Cushioned The Blow” kommt zudem mit amtlichen Actress-Remix, "So Derobe" bleibt für mich jedoch eindeutig das stärkere Stück. Buy
Meine Schwester mag es. Mein Bruder mag es. Meine Freundin sowieso. Meine Kumpels lieben es. Ihr auch, ich auch. Wenn sich in diesem Jahr alle auf einen Track einigen können, dann ist es Aloe Blacc's "I need a Dollar", das gleichzeitig den Titeltrack der fantastischen neuen Serie "How To Make It in America" markiert. No escapin' this. Buy
Sauce Money kannte ich bisher gar nicht, aber Sauce Money ist auf jeden Fall zurück. Und wie. Zur Single Snipershot bleibt nicht viel zu sagen. "Shit is crack" wie irgendjemand in den youtube-Kommentaren in Rapper-Manier trefflich zu resümieren versteht. Leider noch nicht auf Tonträger erhältlich.
Der nächste vollkommen legitime Hype dreht sich natürlich um Floating Points, der auf Shark Chase zu einer der größten Basskeulen der House-Geschichte ausholt. Try this at home, im Klub könnte das Folgeschäden hinterlassen. Buy
Ähnlich verhält es sich mit Trickski's "The Warm Up", das im großartigen CB Funk-Remix dem Sounddesign eines Floating Points gar nicht so unähnlich ist. Etwas langsamer und eleganter, aber ähnlich effektiv. Buy
Der obligatorische Madlib-Beat zum Schluss. Auch wenn mich seine unzähligen Alben, Mixtapes und Kollabo-Alben in diesem Jahr bislang nicht überzeugt haben, bleibt auf den Mann aus Oxnard stets Verlass. Zwischen Papermill und Badu entscheide ich mich für Erykah, der Madlib hier mit "Umm Hmm" einen formidablen R&B-Groove auf den Leib schneidert, der auch TLC gut zu Gesicht gestanden hätte. Buy
Das Beste zum Schluss? Weiter nach dem Sprung!
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Zuerst sorgte Adult Swim mit einem neuen Madvillain-Track für Kontroverse Furore, jetzt gibt es ein erquickend frisches (& nüchternes) und auch humorvolles Interview mit Madlib obendrauf.
Puh, busy day, busy day. Deswegen jetzt auch nur der Stones Throw Waschzettel:
This past year, around the same time Madlib was creating his remix of Guilty Simpson's Ode to the Ghetto for his Madlib Medicine Show #1 release, we had Oh No remix the tracks as well, using samples from the Now-Again catalog. Oh No's collection Ghettodes is not meant as an album, but you put 14 tracks together and you might as well call it that.
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