Gern verschließt die Szene Augen und Ohren vor einer tatsächlich möglichen Homogenisierung der ach so strikten Trennung zwischen Underground und Mainstream. Es gibt sie aber. Eine Kollaboration ist die, welche die ehemalige Roc-A-Fella-Reibeisenstimme Freeway und den G-Unit-Produzenten Jake One im Titel vereint. Beide wandern seit jeher zwischen den Welten der Genre-Konventionen. Freeway steht schon immer mit einem Fuß in den Charts und mit dem anderen auf der Straße. Jake One hangelt sich überraschend sicher seit einigen Jahren zwischen Neunziger-geprägter BoomBap-Mentalität und kommerzialisierter G-Unit-Narrative entlang. Gemeinsam frönen sie jetzt einer entgrenzten Hip Hop-Definition und wollen dabei auf "The Stimulus Package" dem Genre nicht viel weniger als die nötige Spritze geben, um wieder auf die Beine zu kommen. Um es vorweg zu nehmen: Die Operation ist gut verlaufen, der Patient befindet sich weiterhin im Koma.
Ich tue mir zugegebenermaßen etwas schwer, Freeways Organ auf Albumlänge zu feiern, aber wenn Jake One hier im Minutentakt die True School-Granaten zündet, ist selbst das kein Problem mehr. Das - wie man oben nachkucken kann - wunderbar verschnörkelte Vinyl-Paket zu "The Stimulus Package" kommt in den nächsten TAgen, unterdessen kann man sich mit der CD oder einem Myspace-Stream in voller Länge vertrösten:
Jake One, einer der wenigen Produzenten, denen es gelang zwischen der Interscope - Hochglanzwelt und dem Hinterhof zu alternieren ohne den Ruf zu ruinieren, feiert am 10.10. seinen Einstand mit dem Produzentenalbum "White van music". Erscheinen wird es über Rhymesayers und vertreten sein werden ...öh... eigentlich alle.
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