Nachdem das J.A.W Kollektiv in Paris die Inner City Parties (mit u.a. Larry Heard, Moodymann, Omar S, Marcellus Pittman, Detroit Beatdown Brothers oder auch Jamie 3:26) etabliert hat, ist nun Berlin an der Reihe. Mit Theo Parrish, dessen Vorbild Sadar Bahar und BBE Records Chef Pete Adarkwah rollt ein mächtiges Line Up auf Kreuzberg zu, dass den letzten Tag im März mit Deep House, Soul- Funk, Techno und den raren Dance Sounds alter B- Seiten, zu einem denkwürdigen machen wird. Theo Parrish hatte ja immer wieder betont, wie sehr ihn Sadar Bahar inspiriert habe und nun kann man also beide zusammen in Berlin erleben. Mit den drei Künstlern sind gleichzeitig auch Chicago, Detroit und London in Berlin vertreten – eine Mischung die jeden Liebhaber von tiefen Bässen und funkigen Breaks aufhören lassen sollte.
Rick Wilhite, bekennender Patensohn seiner Heimatstadt Detroit, trägt die Botschaft der Motor City im Herzen und präsentiert auf seinem lang erwarteten Debütalbum Analog Aquarium was ursprünglich einmal als High Tech Soul oder Electronic Funk Music gedacht war und den Namen Techno erntete. Im März erscheint Analog Aquarium auf Still Music auf physischem Tonträger und kann allerdings jetzt schon über die Soundcloud-Seite des Labels in voller Länge gestreamt werden.
Frank Nitt trug früher noch ein y spazieren und hielt an der Seite von Dank die Detroiter Fahne hoch, sammelte im Studio von J Dilla erste Erfahrungen und steht für schlichte, auf den Punkt gebrachte Reime, die nie so komplex sind, dass die Botschaft aus den Augen verloren wird. Mit seinem Delicious Vinyl-Debüt "Jewels In My Backpack" (eine Anspielung auf die 90er) setzt er das Vermächtnis Dillas fort und präsentiert einen Stil, der gut reingeht und selten unnötig kopflastig ist. Braucht die Welt eigentlich noch mehr HipHop aus Detroit? Das kann jeder für sich selbst beantworten, aber vernünftige Entspannung funktioniert zum SV Vibe einfach am besten...
Mittlerweile ein paar Wochen alt, ist diese bezaubernde Platte in den letzten Tagen auch endlich wieder in den Berliner Lagern eingetroffen. Die Rede ist von Omar-S perkussivem Gewaltwerk "Da Teys", dessen tribalistische Einlage an Großtaten Kenny's & Louie's erinnert. Unberechenbar, wie man das aus Detroit gewohnt ist, packt Omar-S mit "All I do" die 15-Jahre alte Roy Davis Jr.-Hommage an Stevie Wonder auf die B-Seite und sorgt damit auch noch anno 2010 2011 für Entzückung.
Manche von uns dürfen sich ja noch am Feiertag erfreuen, für alle anderen versuchen wir, den Wochenstart mit drei frischen Mixen aus Detroit ein wenig erträglicher zu gestalten.
Den Anfang macht Rick Wilhite, den das Fact Mag für ihren aktuellen Podcast mal wieder an die Regler bat:
Als dritten im Bunde wollte ich noch den fünfstündigen Moodymann anbieten, der allerdings, so wie es scheint, ganz plötzlich abgetaucht ist. So bald er wieder eintrifft, wird es nachgeholt.
Seit jeher gehört DJ Deep (neben anderen Qualitäten) zu den Meistern der Kompilationskunst, der schon so manchen legendären Sampler auf die Beine gestellt hat. Sein neuester Ausflug für die gleichgesinnten Briten bei der BBE zielt nach Chicago, Detroit und New York und holt eine jackende Perle nach der anderen aus der Versenkung heraus. Meine Güte, jemals vom Chicago Music Syndrome gehört? Ich jedenfalls nicht und bin grenzenlos begeistert.
Detroit mag als Stadt leider vor die Hunde gehen, in Sachen Produzentennachwuchs brauchen sie sich nach wie vor wenig Sorgen zu machen. Omar-S fragt einfach seinen kleinen Cousin, der dem Namen nach schon ein ganz Großer ist, der steuert ihm kurzerhand Tracks bei und Omar-S legt noch mal den letzten Feinschliff drüber. Fertig ist die nächste überzeugende Detroit-Maxi.
Kollege Aigner und ich haben vor einem Monat die dürftigen Snippets bereits ganz groß gefeiert, jetzt erscheint Rick Wilhites dritte Vorab-Compilation-EP inklusive des dreckigsampligen Detroit-Disco-Cut-Up-Soul-House von Kyle Hall auch endlich auf Vinyl und wir freuen uns gewaltig. Erinnert mich ein wenig an Omar-S' Supremes-Hommage.
All denen, die zu elektronisch-produzierter Musik "Electro" sagen und vor Jahren tönten, sie würden 'Minimal' hören, den erteilt Detroit's Großmeister Robert Hood auf seinem neuen Album "Omega" eine Lehrstunde. Ein weiteres straightes Album dieser Tage, das die Konkurrenz zu Dettmann zum Beispiel nicht fürchten braucht.
Rick Wilhite's Plattenladen "Vibes New & Rare Music" ist eine der besten Adressen in Detroit, da verwundert es nicht, dass die lokale Prominenz (die wir hier so bewundern) dort ein und aus geht und ihrem Freund Rick feinste Demos und unveröffentlichte Stücke in die Hand drückt. Rick hat diese nun gesammelt und eine Compilation zusammengestellt, die in exklusiven EPs angekündigt wird, bevor 'The Whole Thing' den Weg in die Plattenläden findet. Nach Vincent Halliburton, Glenn Underground und Marcellus Pittman auf dem ersten Teil, folgt nun die zweite EP, auf der neue Stücke von Theo Parrish und Ricardo Miranda das Licht der Welt erblicken. Teil 3 ist übrigens auch schon in der Pipeline und verspricht mit Kyle Hall und The Godson einen reibungslosen Übergang.
Düster, sperrig, verzerrt, opulent und dennoch mit der Chuzpe versehen, einen steril-technoiden Track mit einer Chopin-Melodie zu bekleiden. Dem großartigen polnischen Komponisten scheint man in Detroit auf seine ganz eigene Art und Weise zu gedenken und würdigt ihn mit einem Technobrett für nichts anderes als die Peaktime. So etwas erscheint nur auf Third Ear, wurde von Pirahnahead produziert und wird bald noch von Carl Craig und Quentin Harris geremixt. Den kompletten Track gibts bei Soundcloud zum Vorhören oder bei uns im Store. Yeah!
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