Julian's Favorite Tracks Of The Year (so far)
19 July 2010




(Guilty Simpson & Madlib – Coroner's Music) Ich habe es lange versucht, aber es will nicht klappen. OJ Simpson und ich haben nicht so richtig Bock aufeinander. Dabei hätte bei Madlib x Guilty eigentlich nichts daneben gehen können - außer man hat überhaupt kein wirkliches Album fertig, verwerkstückelt sämtliche gemeinsamen Songansätze mit der gleichen Anzahl an berühmten Beatskizzen und kaschiert das Ganze arroganterweise unter Madlib's genialischem Arbeitsethos. Coroner's Music war trotzdem übersuper, gerade weil hier aufgezeigt wurde, wie wenig der perfekte Guilty Song eigentlich braucht. Death to the fake is the only way to live. Meine Meinung. Buy





(M.I.A – Tell Me Why) Dave Chappelle und Ricky Gervais wissen bescheid. Wer zweimal über alle Maßen erfolgreich war, sollte überhaupt kein drittes Mal an den Start gehen, außer man hat etwas radikal Neues zu erzählen. Und im Gegensatz zu den meisten Kritiken, die man bisher zu Mathangis neuestem Streich lesen konnte, bekomme ich langsam das Gefühl, dass dieses Album absolut notwendig ist. Bestes Beispiel für einen möglichen Übergang in neue, selbsterdachte Sparten, ist "Tell Me Why" - Ein stoisch vor sich hin stampfendes Brett, irgendwie zu langsam, irgendwie zu viele Loops übereinander, irgendwie nicht mehr aus dem Kopf zu kriegen. Ansonsten halt ich es da mit Kollege Aigner, die Platte braucht noch was. Buy



(Best Coast – When I'm With You) Grenzwertig, den hier reinzupacken, geisterte er doch schon 09 durchs Netz. Wurde meines Wissens nach aber erst dieses Jahr wirklich veröffentlicht, mit richtigem Video und drum und dran. Ein zutiefst meschuggener Song, der wie die Breeders anfängt und aufhört wie die Beach, äh, Girls. "When I'm with you, i have fun" & "I hate sleeping alone"... erstaunlich worauf man als Musikfan so reinfällt.







(Rusko feat. Amber Coffman – Hold On) Ab einem bestimmten Missverhältnis von Blut zu Alkohol, bin ich bestimmt gewillt, dieses Stück zu verteidigen. Vorher lasse ich erst gar keine Diskussion zu. Die wunderbare Amber von den Dirty Projectors (die zugegebenermaßen auch die Nina Sky-Schwestern sein könnte...) klaut für den einzig wahren Großraumdissen-dubstepper die Gesangslinie von Rod Stewarts "Young Turks". Wer nicht glaubt, dass sowas geschieht, vergleicht den Titeltrack der neuen Roots LP mit Paul Youngs 80's Schmonz "Come back and stay for good". Buy





(The Roots – How I got Over) Erm, jaaa... 80's Schmonz-Melodie habe ich schon erwähnt? Black Thoughts reibeisiger Sing-A-Long und das ultralässige Gerüst sind der schieren Begeisterung ebenso zuträglich. Genau da bitte weitermachen und es wird auch weiterhin keinen Grund geben, sich die nächste Roots-Platte nicht zu holen. Buy





(Flying Lotus feat. Thom Yorke - ... and the world laughs with you) Kollege Paul, der in dieser Rubrik den furiosen kick-start hingelegt hat, hat sich hierzu viel besser geäußert, als ich es könnte: Thom Yorke scheint einen Manager zu haben, der sich tagelang durch Blogs wühlt und den Front-Radiohead mit den lässigsten Künstler zusammenbringt. Der Mann macht gute Arbeit. Also, der Manager... Flylo, Thom Yorke und Paul ja sowieso. Buy







(The National – Terrible Love) Langsam dämmert mir, dass ich hier fast ausnahmslos Vorab-Singles verbrate... Man möge es weniger als zielloses Blog-Browsing meinerseits, denn als Geschmackssicherheit seitens der Verantwortlichen auslegen, bitte. Für The National gilt exakt das Gleiche, wie für Gaslight Anthem – Von der Angst vor der Killersirierung wirklich guter Bands, lass es ich mir die pure Freude nicht vergrätzen. Wird die Party halt mit ein paar hässlichen Fakern und Spiegelredakteuren mehr gefeiert. Buy





(Gil Scott Heron – Me and The devil) Wie viele innere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn Gil Scott Heron sein überschlagendes "Early this morning" hervorpresst, will ich gar nicht wissen. "Me and the devil" ist seine Postkarte von den Grenzgebieten des Wahnsinns, die er in 61 Jahren tragischerweise immer wieder zu Gesicht bekam. Man kann Richard Russel nicht genug dafür danken, dass er sich der Sache angenommen. Urban decay klang lange nicht mehr so beängstigend gut. Buy





(The Gaslight Anthem – Orphans) Wieso sollte man das denn gut finden? Nostalgie-Patchwork aus Cadillacs, Full-Sleeve Tattos, E-Street- & Tom Petty-Referenzen und allem was man sonst noch unter Americaness nachschlagen kann... Kann mir den Hype mal bitte wer erklären? - Ja, können wir, haben wir aber keine Lust zu. Halt deine Fresse und mach die Musik wieder laut. Buy





Die Nummer 1 gibt es nach dem Sprung.
Weiterlesen »