24.07.09 N.A.S.A im Icon Club
21 July 2009



Die Überflieger  in diesem Jahr live und direkt...


Sitzgurte anlegen, Helmvisiere herunterklappen, ab gehts in die Welt von
N.A.S.A. - der Name steht für North America / South America, aber auch für
die Wiederbelebung der Art von HipHop, die der ein oder andere Kenner schon
auf dem Sterbebett gesehen hat. N.A.S.A. ist das Baby der DJs, Producer und
Turntablisten Squeak E. Clean und DJ Zegon, die etwas abseits des
Rampenlichts schon seit sechs Jahren gemeinsam Fädchen ziehen und
verknüpfen. Während Squeak E. Clean bei verschiedenen Parties in und um Los
Angeles auflegte und sich neben zahlreichen Remixen vor allem mit seinem
Soundtrack zum Kult-Klassiker Yeah Right!, dem meistverkauften Skatefilm
aller Zeiten, einen Namen machte, hat sein aus Sao Paulo stammender Partner
Zegon schon Ende der 80er, als in Brasilien noch Heavy Metal ganz hoch im
Kurs stand, gelegentlich in Sao Paolo und Rio de Janeiro Hip Hop-Platten
aufgelegt und Public Enemy mit brasilianischem Baile Funk gemischt. Aufgrund
einer Beastie Boys-Connection verschlug es Zegon nach Los Angeles, wo er
unter anderem mit Björk und den Beasties zusammen gearbeitet hat und
schließlich Squeak E. Clean auf einer Studioparty kennenlernte. Fünf Jahre,
etliche zurückgelegte Meilen, Telefongespräche und Stunden im Studio später
ist nun The Spirit Of Apollo erschienen. Der lange Atem, den die beiden
für ihr Debutalbum brauchten, ist der schier unendlichen Gästeliste der
Platte geschuldet. Das Resultat ist keine unmotivierte Aneinanderreihung
diverser Gastmusiker, sondern besticht vielmehr durch ein Arrangement
unterschiedlichster Kreativitäten zu einem Pool aus Gegensätzen, der sich in
ein übergroßes Ganzes ergießt. Es ist ein Plädoyer für den Hip Hop, wenn
KRS-One auf altbewährter Samplebasis doziert und Chuck D mit David Byrne
über Geld schimpft, während sich Lykke Li und Santogold oder Tom Waits und
Kool Keith die Klinke in die Hand geben. Alles andere als Funk wäre bei
einem Feature der P-Funk-Legende George Clinton ohnehin unangebracht. Auch
live gibt es einzigartige Hybride aus düster hinterhältiger Stimmung und
musikalischer Varianz. Mit überall spürbarem Druck trifft hier
brasilianische Lebensfreude auf New Yorker Eastcoast-Schule.
 

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